Mit viel Mut und mobiler Reha …

… schaffte Dorothea Freiheit, woran zunächst manche zweifelten. Der 89-Jährigen gelang es, nach einer Hüft-Operation und mehreren Wochen Bettlägerigkeit aus eigener Kraft wieder aufzustehen. Heute kleidet sie sich selbstständig an und ist am Rollator unterwegs. Eine Erfolgsgeschichte.

„Ich war ein Häuflein Elend, als ich hier ankam, und baute immer mehr ab. Sogar allein essen ging nicht mehr, obwohl die Menschen hier im Haus sehr nett waren und mich unterstützt haben“, erinnert sich die Seniorin. Im März zog sie in den Pflegebereich des Stiftungsdorfes Fichtenhof.

Ihre Hausärztin stellte einen Antrag auf mobile geriatrische Rehabilitation – für Dorothea Freiheit der Wendepunkt. „Ich habe mir gesagt: Nun hast Du die OP gut überstanden. Jetzt musst Du auch was tun!“, erzählt sie.Dafür an ihrer Seite waren Ergotherapeutin Marlen Fehst und Physiotherapeutin Elena Beganski aus dem Team der Mobilen Reha Bremen GmbH. In Dorothea Freiheits neuem Zuhause übten die beiden Fachfrauen vier bis fünf Mal pro Woche mit der Seniorin, damit diese wieder mobiler wurde. Jetzt – Anfang Juni – sind sie zum letzten Mal auf Hausbesuch.

(Fotos © Martin Rospek)

Eines der Ziele, die sich Team und Rehabilitandin gemeinsam gesetzt hatten: die Beweglichkeit der Schultergelenke trainieren, damit Dorothea Freiheit in Eigenregie Schränke öffnen und zum Beispiel Handtücher oder Kleidung herausnehmen kann. Das klappt heute wieder prima. Für die obersten Schrankfächer kommt eine Greifzange zum Einsatz. Geholfen hat ein kleiner Seilzug. Am Fenstergriff befestigt, konnte die Seniorin damit zwischen den Besuchen ihrer Therapeutinnen Schultern und Arme sogar allein trainieren. „Wir geben auch schon mal Hausaufgaben auf“, lacht Marlen Fehst und richtet wie ihre Kollegin immer ein besonderes Augenmerk auf die Gegebenheiten vor Ort. „Überall sieht es anders aus. So etwas wie Transfers zuhause zu üben, ist daher wirklich sinnvoll“, ergänzt Elena Beganski. Wie kommt jemand vom Rollstuhl in den eigenen Sessel? Braucht es vielleicht eine Sitzerhöhung für die Toilette? Hilft schon ein hochgestelltes Kopfteil oder ein Stuhl neben dem Bett, um allein sicher aufzustehen? Hier schaut das interdisziplinär aufgestellte Team der Mobilen Reha Bremen genau hin, begleitet und findet individuelle Lösungen.

„Zu unserem Reha-Setting gehören deshalb auch eine Sozial- und Pflegeberatung“, berichtet Marlen Fehst. Jeden Montag tauscht sie sich mit Kolleginnen und Kollegen in einer Teambesprechung aus. Wie geht es den Rehabilitanden? Wo ist welche Unterstützung gefragt? „Wenn nötig, können wir einzelne Therapien auch zu zweit durchführen oder wechseln je nach Schwerpunkt – ein großer Vorteil“, findet die Ergotherapeutin.

Dorothea Freiheit ist mit dem Ergebnis hochzufrieden: „Mit Frau Fehst und Frau Beganski kam auch mein Wille zurück. Ich kann nur sagen, die mobile Reha ist super. Ich ziehe mich allein an, gehe abends allein ins Bett, bin wieder beim Singen oder Kegeln hier im Haus und versuche, überall teilzunehmen“, sagt sie. „Ich denke, ich habe so ziemlich mein Ziel erreicht!“

(Quelle: Kundenmagazin mittenmang 2-2025, Bremer Heimstiftung)